Marizu Robledo
Todologin und Korrektorin bei mutantia für die spanischen Texte

Sie hat zwei Schwestern, einen jüngeren Bruder und eine beträchliche Zahl an Lebensgeschwistern. Nicht zu vergessen Amelia, eine herzensliebe Hundedame. Alle leben sie verstreut zwischen Spanien, Chile und Argentinien, die meisten von ihnen jederzeit bereit,  ihre Rucksäcke zu packen und weiterzureisen – so wie sie selbst: Buenos Aires, Córdoba, Mar del Plata, Bariloche und auch eine Weile  Rio de Janeiro. 2017 ließ sie Argentinien hinter sich, um ihr Glück in Ecuador zu versuchen, auf der Suche nach ihrem persönlichen Buen Vivir. Dieses lebt sie auf ihren Bergwanderungen, im Garten oder beim Aikido. Die japanische Kampfkunst hatte es ihr sofort angetan. Und obwohl sie sie erst ein Jahr praktiziert, ist sie von ihr fasziniert wie von wenigen Dingen im Leben: die Bewegungen, der Kontakt mit dem Gegner, die Würfe. Aikido hilft ihr bei der Suche nach innerem Frieden – und dieser wiederum bei der Konstruktion von Frieden im Alltag. Ausserhalb des tatamis korrigiert sie Abschlussarbeiten von Studenten und hilft ihnen Normen wie APA und Vancouver anzuwenden. Zudem hat sie vor kurzem ihre Weiterbildung als Spanischlehrerin abgeschlossen, bewundert den urguayisch-argentinischen Schriftsteller Horacio Quiroga und führt wie jede gute Latina stets einen Glückbringer mit sich. Einst hatte sie mit einem Musikstudium begonnen, sich dann aber für die Soziologie entschieden. Heute ist sie vegane Köchin, Kellnerin, Restaurant-Werberin, Buchkritikerin und Korrektorin für die spanischen Texte von mutantia. In einem Wort: Sie ist Todologin*. Und wie jede Todologin ist sie stehts in Alarmbereitschaft, denn sie weiss: Morgen könnte schon die nächste Aufgabe auf sie warten.

*todo bedeutet auf Deutsch alles

 

Foto: mutantia.ch

Victoria Novillo Rameix
Korrektur-Leserin und Projektverantwortliche für den spanischsprachigen Teil von mutantia.ch

Sie wurde in Quito geboren, wuchs aber mit ihren Eltern und ihren vier Brüdern in einem der Seitentäler der ecuadorianischen Hauptstadt auf. Sie liebt Musik und Tanz und generell Aktivitäten, die es ihr ermöglichen, sich von der Welt abzukoppeln und in Frieden zu fühlen. In ihrem Leben hat sie bisher von allem ein wenig getan: Sie studierte Anthropologie, erwarb ein Diplom in Pädagogik und einen Master in Museologie. Sie arbeitete in der ethnographischen Forschung, engagierte sich in der Welt der Museen und widmete sich viele Jahre lang der Forschung und den Museumsskripten für Ausstellungen zur Geschichte und Alltagskultur. Heute arbeitet sie als Sekundarschullehrerin und erstellt Unterrichtsmaterialien für ein soziales Netzwerkprojekt einer öffentlichen Universität. Sie hat einen Sohn in der Pubertät mit dem sie die Höhen und Tiefen menschlicher Beziehungen erlebt. Sie weiss, wie man vorankommt und wie man Krisen begegnet, egal wie schmerzhaft diese sein mögen. Sie liebt es, zu recherchieren, Texte zu korrigieren und die Ideen von mutantia.ch in Fundraising-Projekte einzubringen.

 

Foto:  Alejandro Ramírez Anderson

Victoria Jaramillo
Webdesign, Infografiken sowie Facebook&Co.

Sie lebte einen grossen Teil ihrer Kindheit in den Vereinigten Staaten. Und diese erste Auslandserfahrung gab ihr alle notwendigen Mittel, um ihre zweite Reise nach England erfolgreich zu gestalten. Kaum war Victoria 18 Jahre alt, zog sie alleine nach London, um am King’s College ihren Abschluss in Humangeografie zu machen. Hier entdeckte sie ihre Leidenschaft für Fragen zu Umwelt, Ökologie, Ernährung und Agrarökologie. Entsprechend schrieb sie ihre Abschlussarbeit über die Erfahrungen von ecuadorianischen Agrarökologieproduzenten: über deren Philosophie und Lebensstil, sie beschrieb, wie sie sich gegen Bürokratie zur Wehr setzen und wie hart der Kampf ums Überleben ist. Ihre Arbeit ist mit einem Preis ausgezeichnet worden. 2019 kehrte sie nach Ecuador zurück, um ihre achtjährige Schuld gegenüber dem ecuadorianischen Staat zur Finanzierung ihres Studiums zu begleichen. Sie steht vor dem gleichen Problem wie Hunderte von Stipendiaten: eine Arbeit zu finden. In der Zwischenzeit kocht und experimentiert sie mit veganem Essen, unterstützt agro-ökologische Lebensmittelprojekte auf dem Land, arbeitet ehrenamtlich für Extension Rebellion Ecuador, schreibt Gedichte und sorgt dafür, dass ihr Zimmer so rosa wie möglich ist, bevor sie mit einem anderen Menschen zusammenlebt, dem diese Farbe vielleicht nicht so gut gefällt. Auch wirkt sie an der Plattform mutantia.ch mit, erstellt Infografiken und verwaltet dessen Facebook&Co. – Instagram: @laviviloca 

 

Foto: Familienarchiv

Katharina Hohenstein
Freiberuflerin und Korrektorin bei mutantia.ch

Wuchs im Rheingau-Taunus im Bundesland Hessen auf und verbrachte viel Zeit auf Spaziergängen mit dem Nachsbarshund im schattigen Wald oder lesend auf dem Sofa. Mit ihren zwei Hunden verbringt sie heute immer noch viel Zeit in Wald und Flur und liest weiterhin gerne gute Geschichten. In den  Jahrzehnten dazwischen war sie lange in den U.S.A; nach dem Abitur im Mittleren Westen, während des Studiums der Neueren Philologie (Frankfurt/M) und die Jahre danach in San Francisco, Kalifornien. Zurück in Deutschland gab sie Sprachkurse für Banker und war unter anderem Pressesprecherin eines Immobilienunternehmens. In Südtirol/Italien gründete sie 2005 gemeinsam mit anderen eine Kunst- und Kulturzeitschrift namens vissidarte und ist bis heute deren Co-Redaktionsleiterin und -Herausgeberin. In Mals im Vinschgau erlebte sie, warum die Volksabstimmung für eine pestizidfreie Gemeinde ein solch klares Abstimmungsergebnis erzielte. Zuhause in ihrer Küche kocht sie Gerichte von jenen Orten nach, die sie besucht hatte – mit viel Leidenschaft und mit deutlich weniger Talent. Und doch plant sie ein Kleines Internationales Malser Kochbuch, das Malser Bürgerinnen und Bürger aus verschiedenen Ländern sowie deren Rezepte aus ihrer früheren Heimat portraitieren und die neu-gewonnene Vielfalt auf Malser Äckern widerspiegeln soll. Leistet Pressearbeit für Umwelt- und Kulturprojekte, arbeitet als Kulturvermittlerin und gelegentlich als Kuratorin, schreibt für lokale Medien, interessiert sich für die Kunst der italienischen Renaissance, liebt das Licht im Obervinschgau und hat ihre Hände fast genauso oft im Ackerboden wie über der Tastatur. Was sich natürlich wieder ändern kann.

 

Foto: Angelika Beck-Wheathers

RAMIRO J. AGUILAR VILLAMARÍN
Fotojournalist und Alles-Könner

Ramiro, geboren und aufgewachsen in Quito, erinnert sich an eine einsame und ungerechte Kindheit und eine nihilistische Pubertät. Er sah sich selbst als eine Figur in Dostojewskis Romanen und fand im freien und von Hand erzeugtem Schreiben eine Form des Exorzismus. Er verbrachte einige Jahre beim Ingenieurstudium an der polytechnischen Hochschule Ecuadors, die ihn zu einem stabilen Leben hätte führen können. Doch auf diesem Weg sah er Depression und Ausgrenzung auf sich zukommen. Also wurde er zunächst Lagerverkäufer, Postbote und Arbeiter in einer Möbelfabrik: und zwar in dieser Reihenfolge. Er verwendete seine Ersparnisse, um seinen Abschluss in sozialer Kommunikation an der öffentlichen Universität von Ecuador zu finanzieren. Inmitten der politischen Aktivitäten, der Bücher und der Freunde fand er seine Berufung: das Schaffen von Bildern. Seither arbeitet er als Grafikdesigner und Fotojournalist und produziert Kurzvideos. Er ist sowohl für nationale Medien tätig als auch für unabhängige Digital-Plattformen. Letztlich drängte ihn die berufliche Instabilität zum Studium der visuellen Anthropologie. Er lebte eine Zeitlang tief im Dschungel beim Volk der Sapara und engagiert sich seither für ihren Kampf. Er liebt das Fotografieren und das Schreiben. Mit seiner Arbeit versucht er, an der Veränderung der Wirklichkeit mitzuwirken. 

 

Foto: Ramiro J. Aguilar Villamarín

Mayra Lucía Caiza
Menschenrechtlerin, Journalistin, Produzentin

Sie fand über eine Trova-Sendung, Rock und Nachrichten beim Radio zum Journalismus, sowie über Gedichte und Geschichten von Frauen und Männern, die für los nadies – die Niemande – eine andere Welt gedacht und geschrieben hatten. Sie begann in der Welt des Radios, zwischen Musik und Geschichten, doch eigentlich wollte sie schreiben. Danach hatte sie in verschiedenen Medien in den Bereichen Politik, Umwelt, Menschenrechte, Gesellschaft und Justiz gearbeitet. Jetzt befindet sie sich zwischen Journalismus und Menschenrechten, erzählt Geschichten, entwirft Strategien und reist.

Foto: Karol Caiza

Alejandro Ramírez Anderson
Fotograf

Er ist in Mexiko geboren, in Kuba aufgewachsen, lebte in Nicaragua und Venezuela, hat den guatemaltekischen Pass und wohnt derzeit in Ecuador. Und er lebt ganz gut mit den vielen Wechseln. Mit 16 wurde er das erste Mal Vater und musste schauen, wie er seine Familie über Wasser hielt. So arbeitete er als Pestizid-Sprüher, Kulturbeauftragter, Toner, Fotograf und landete schliesslich – beinahe gegen seinen Willen – beim Filmstudium. Dort spezialisierte er sich auf Dokumentarfilme und hatte fortan eine ideale Ausrede, um Menschen kennenzulernen, soziale Brennpunkt zu besuchen und zu reisen. Als Kind vergnügte er sich  barfuss in den Hügeln und wurde dafür getadelt. Doch dieser Kontakt zur Natur, so scheint es, hat ihn für immer mit der Erde verbunden, sodass er inzwischen wesentliche Teile seiner Arbeit der Agrarökologie widmet, stets auf der Suche weiterzusäen. Heute mit seinen 45 Jahren hat er erkannt, dass sein grösstes Vergnügen darin besteht, Vater von vier Kindern und Grossvater einer Enkeltochter zu sein. Ausserdem geniesst er die kollektive Arbeit bei seinen Dokumentarfilmen genauso wie die Fotografie im Stillen. 

 

Foto: Alejandro Ramírez Anderson

Die Webseite von Alejandro: catalogoaudiovisualagroecologico.com

Romano Paganini
Journalist und Betreiber von mutantia.ch

Mit 14 wusste er, dass er Journalist werden wollte, mit 23 war er es und mit 22 wurde er das erste Mal entlassen – also noch bevor er den Lehrgang am Medienausbildungszentrum in Luzern richtig abgeschlossen hatte. Der offizielle Grund: unüberbrückbare Differenzen bezüglich publizistischer Ausrichtung mit seinem Arbeitsgeber, die Neue Luzerner Zeitung. Der folgende Job als Zivildienstler im Ausschaffungsgefängnis Zürich endete ebenfalls mit einer Kündigung, Begründung: unkalkulierbares Sicherheitsrisiko. Und als es nach knapp anderthalbjähriger Tätigkeit als Redaktor beim Tages-Anzeiger 2009 wieder soweit war – immerhin war er dieses Mal nicht alleine – da packte er seine Sachen und zog Richtung Westen. In Argentinien gab er gelangweilten VW-Managern zunächst Deutschunterricht und versuchte sich dann ab 2012 als Lehmmaurer und Gärtner an der Küste. Auch heiratete er damals, um für seine Visa-Erneuerung nicht weiterhin alle drei Monate nach Uruguay pendeln zu müssen. Den Titel „falscher Tourist“, der ihm die Migrationsbehörde verpasste, trug er mit Fassung. Journalistisch hatte er sich inzwischen auf die Agrarindustrie spezialisiert. Allerdings kam er nach mehreren Reisen in die Soja-Monokulturen zum Schluss, dass es aus gesundheitlichen Gründen besser sein würde, künftig über Themen zu schreiben, die zum Leben animieren. Und so stiess er auf seinen folgenden Recherchen auf jene Menschen, die an der Konstruktion eines enkeltauglichen Lebens wirkten. Ende 2017 packte er sämtliche Interviews und Reportagen in ein Buch und taufte es „Manos de la Transición, relatos para empoderarnos“ – Hände der Transition, Geschichten, die uns stärken. Der 35-Jährige lebt mittlerweile in Ecuador, studiert Traditionelle Chinesische Medizin und gibt Chi Kung-Unterricht. Und er schreibt. Für sich, für die Welt und für mutantia.ch

 

Foto: mutantia.ch

María Caridad Villacís
Webdesign sowie Facebook&Co.

Sie ist in der Stadt Ambato im Zentrum Ecuadors geboren und aufgewachsen. Bereits als kleines Mädchen hatte sie eine starke Verbindung zur Natur, zu Tieren und zur Kunst – eine Verbindung, die sich dank den Erlebnissen mit ihren Eltern und ihrer Schwester in eine Lebensform verwandelt hat. Bei der Malerei, im Tanz und bei der Poesie fühlt sie sich Zuhause. Nach ihrem Abschluss als Industriedesignerin reiste sie nach Schottland, um dort Spanisch zu unterrichten. Dies ermöglichte ihr zwei grosse Leidenschaften miteinander zu verbinden: Unterrichten und Sprachen. Mittlerweile ist sie zurück in ihrer Heimatstadt, geniesst ihre Familie und ihre fünf Welpen. Von Zeit zu Zeit reist sie in kleine Städte und fotografiert diese – stets darauf bedacht, dass das Licht dem Moment entspricht. 

 

Foto: Familienarchiv

ANDREA SEMPÉRTEGUI
Ecuadorianische Nomadin und Mitarbeiterin von mutantia.ch

Andrea wurde in Ecuador geboren, lebt aber seit über zehn Jahren im Exil. Nostalgie und Herkunft inspirieren ihr Werk und ihre Schriften und haben ihr mehrmals die Rückkehr nach Ecuador ermöglicht. Im Alter von 19 Jahren beschloss sie – inspiriert vom politischen Wandel in Lateinamerika und die verfassungsgebende Versammlung in ihrem Land –, Politikwissenschaft zu studieren. Drei Jahre später, enttäuscht von den politischen „Wissenschaften“ und den Versprechungen politischer Veränderungen, beschloss sie, von jenen politischen Prozessen zu lernen, die das Leben in den Mittelpunkt stellten. Sie sammelte Erfahrungen in selbstorganisierten Migranten- und Flüchtlingsgruppen in Frankfurt, Deutschland. Danach entschied sie, sich dem Netzwerk indigener Führerinnen von Amazonas-Frauen anzuschliessen, die sich dem Kampf gegen die Rohstoff-Ausbeutung verschrieben haben. Über den Schutz von Territorien, Wasser und der gesamten Umwelt mit all seinen Lebenwesen lernte sie, dass alles eng miteinander verflochten ist. Ihr Schreiben widmet sie dem Kampf dieser Frauen, und teilt gleichzeitig wenn immer möglich ihre reichhaltigen Erfahrungen mit Anderen. Es hilft ihr, während des Schreibens ihr Kätzchen zu streicheln und darauf zu vertrauen, dass Gedanken und Schreiben Gefühle verändern. Der Wunsch nach Transformation und Mutation kennzeichnet ihre Zusammenarbeit mit mutantia.ch. Ach, und zuweilen vergräbt sie ihre Hände auch in ihrem kleinen Gemüsegarten. 

 

Foto: Andrea Sempértegui